„The next Decade“ – Was bringen die neuen 20er und wie gehen wir damit um?

Kalendarisch keine Überraschung und dennoch ging es schnell. Es ist schon fast wieder ein Jahrzehnt im „neuen“ Jahrtausend vergangen. Die Immobilienblase „platzt“. Die Flüchtlingskrise spaltet die Nationen. An Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz scheiden sich die Geister. Schüler gehen freitags nicht in die Schule. Die heiligen Kühe Verbrennungsmotor, Fernsehen, GroKo bekommen ernsthafte Konkurrenz von Elektromobility, Streamingdiensten und vermeintlich kleinen Fraktionspartnern, die aus dem Schatten treten. Smartwatches braucht keiner und dennoch sind sie an jedem Arm. Hierarchien und Strukturen werden immer mehr als „Innovationsbremsen“ empfunden. Work-Life-Balance ist kein Luxus mehr, sondern wird vorausgesetzt. Überall Startups und Unternehmen bewerben sich bei den High Potentials.

Ob überraschend oder vorhersehbar. Ob gewünscht oder geduldet. Die fast schon vergangene Dekade hatte einige sogenannte Disruptionen bereit und auch die kommende verspricht Spannung. In den kommenden Monaten werden wir immer aus einer anderen Brille für euch und mit euch auf die letzten 10 Jahre schauen, einen Ausblick auf die kommenden 10 Jahre wagen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Natürlich in der gewohnten Deutlichkeit und mit einem gern leicht provozierenden Augenzwinkern. ;-)

Fühlt euch eingeladen und bereichert gern unsere Themen mit Kommentaren oder Fragen…

Veränderung: neudeutsch “Change”

Veränderung hat ja mindestens zwei Perspektiven: Veränderer, das muss nicht einmal Absicht sein, aber da wir alle Teile eines Systems sind, dürfen wir uns damit abfinden, dass all unser Handeln Konsequenzen hat. Frei nach dem Motto „Du kannst nicht nicht kommunizieren“, können wir eben auch nicht nicht wirken. Der Jurist würde hier sagen: Keine Handlung ist formell auch eine Handlung, nämlich eine Unterlassung. Damit handeln wir also und wirken damit auf unsere Umwelt und damit wiederum verursachen wir Reaktionen, die sonst nicht stattfinden würden. Und Bämm: Da wäre schon die Veränderung, die wir stündlich, minütlich, sekündlich verursachen.

Dann wäre da noch der Veränderte. Veränderungen, die wir nicht selbst herbeiführen, lösen meist Unbehagen aus. Das ist ganz normal, denn wir stehen (vermeintlich) an der Spitze der Nahrungskette und sind selbstbestimmt (Kant lässt grüßen). Damit sträuben wir uns gegen Veränderungen, die wir nicht selbst initiieren (Das ist ganz nebenbei auch die oft wahrgenommene fast schon „Opferrolle“.)  Die Digitalisierung, Globalisierung und die allgemeine Geschwindigkeit des Alltags beschleunigen natürlich auch die Anzahl von Einflüssen auf uns und mit (Stochastik lässt grüßen) der Anzahl der Versuche, steigt die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses.

Und was sagt uns das Ganze jetzt?

Um nicht zu sehr in Richtung Stephen Hawking abzudriften (wobei seine kurze Geschichte der Zeit ein tolles Werk ist), bringen wir es doch mal in eine Nussschale: Ob wir das wollen oder nicht – Veränderung geschieht und wir sind ein Teil davon: täglich…stündlich…sekündlich.

Und wie kann man auf Veränderungen reagieren?

Hier wird es interessant, denn jetzt kommt (wie so oft) der Perspektive eine gewichtige Rolle zu. Zuallererst dürfen wir uns entscheiden: Agieren oder Reagieren. Oder etwas aktivierender: Möchtest du entscheiden oder über dich entscheiden lassen. Und bitte nicht falsch verstehen. Es gibt hier kein allgemeingültiges Richtig oder falsch. Dein Leben = deine Entscheidung. Und damit darfst du dich entscheiden oder dich nicht entscheiden.

Hier ein paar Werkzeuge aus unserer Kiste, die Ihr gern einmal ausprobieren dürft. Tut nicht weh, im allerschlimmsten Fall hast du für dich einen Weg gefunden, mit dem du nicht “fine” bist. Dann verwende gern einen anderen…

Tool 1: Evaluation oder “Was genau verursacht die Veränderung?”

Auch hier ist Obacht geboten. Es geht nicht darum, den Schuldigen zu finden und ihn an ein Kreuz zu Nageln. Das ist ein Blick in die Vergangenheit, die wir leider nicht beeinflussen können. Warum also Energie darauf verschwenden? Es geht vielmehr darum: Betreffen mich die Faktoren wirklich oder hat das Ganze gar keinen Einfluss auf mich? Wenn nein: Who f(…)ing cares? Wenn ja:

Tool 2: Selbstwirksamkeit oder “Welchen Einfluss kann ich nehmen?”

Was kann ich tun, um mir die Veränderung angenehm zu gestalten oder gar Freude daran zu gewinnen?

Natürlich kann ich auf ein neues Projekt mit Frustration reagieren. Ich kann aber auch die Chance sehen, mit anderen Kollegen zu arbeiten, neue Skills zu erwerben und eventuell einmal Ideen umzusetzen, die ich schon lange habe. Wenn ich wirklich gar keinen Einfluss habe, hilft:

Tool 3: Akzeptanz oder “Ist es den Ärger wert?”

Eine einfache Frage, die wir uns gerade im Alltag viel zu selten stellen. An der Ampel, im Stau und und und. Immer wieder lassen wir uns ärgern und das obwohl wir nicht mal wissen, ob der vermeintlich „Böse“ es wirklich böse meint oder einfach uns nicht einberechnet hat in sein Handeln. Oder noch viel schlimmer, es einen anderen überhaupt nicht kümmert, ob es uns stört (Tool 2: Habe ich Einfluss?). In allen Fällen kann es nicht schaden, Dinge, die wir nicht verändern können, hinzunehmen und uns stattdessen auf das zu konzentrieren, was uns Freude bringt oder was wir beeinflussen können.

Tool 4: Perspektivwechsel oder  „Wer sich nicht verändert, der wird verändert.“

Das ist ein leicht provozierender Satz, der es vom Kern aber trifft. Ich kann euch nur animieren. Wenn ihr schon ein Teil davon seid, dann nutzt eure Gelegenheit und gestaltet proaktiv mit. Niemand muss sich seinem Schicksal ergeben, sondern wir haben täglich die Chance unsere Zukunft zu gestalten.

In diesem Sinne hoffen wir, euch inspiriert zu haben. Lasst gern Kommentare oder Wünsche für weitere Themen da. Wenn du mehr zu einem unserer Themen wissen möchtest, sprich uns gern an.

Jerome Schneider & euer Axxplore Team

 

 Jerome Schneider ist als Trainer, Coach und Moderator für die Axxplore GmbH in allen Belangen des Beziehungsmanagements tätig und betreut dort Unternehmen in Fragen von kulturellem Wandel, Mitarbeiterbindung und Führung.